Wissen · Lexikon
Uranische Astrologie von A bis Z.
Die wichtigsten Begriffe der uranischen Astrologie – kurz, verständlich und ohne Nebel. Zum Nachschlagen, bevor, während oder nach einer Beratung.
Dieses Lexikon wächst laufend. Fehlt dir ein Begriff? Schreib uns.
90°
90°-Scheibe
Das wichtigste Werkzeug der uranischen Astrologie. Der 360°-Tierkreis wird auf 90° gefaltet, sodass Faktoren im Abstand von 0°, 90° und 180° auf denselben Punkt fallen. Ein drehbarer Zeiger macht Halbsummen und Symmetrien direkt sichtbar. Mehr dazu →
A
Achse
Die Symmetrielinie, die durch eine Halbsumme und ihren gegenüberliegenden Punkt verläuft. Faktoren, die symmetrisch zu dieser Achse liegen, werden gemeinsam betrachtet und bilden ein Planetenbild.
Alfred Witte
Hamburger Vermessungstechniker (1878–1941) und Begründer der Hamburger Schule. Er stellte seine Arbeitsweise 1919 erstmals öffentlich vor. Sein „Regelwerk für Planetenbilder“ gilt bis heute als Standardwerk der uranischen Astrologie.
Aspekt
Die Winkelbeziehung zwischen zwei Faktoren. Die uranische Astrologie arbeitet vor allem mit den Winkeln der 45°-Reihe: 0°, 45°, 90°, 135° und 180°. Noch feinere Teilungen werden auf entsprechend kleineren Scheiben betrachtet.
Aszendent (AS)
Der Punkt des Tierkreises, der im Moment der Geburt am östlichen Horizont aufgeht. Er hängt stark von Geburtszeit und Geburtsort ab. In der Hamburger Schule zählt er zu den persönlichen Punkten und wird traditionell mit dem Umfeld und den Begegnungen eines Menschen verbunden.
B
Beweglich
Eine der drei Zeichengruppen: Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische. Auf der 90°-Scheibe liegen die beweglichen Zeichen im Bereich von 60° bis 90°.
D
Deutung
Die Übersetzung berechneter Zusammenhänge in verständliche Sprache. In der uranischen Astrologie werden nicht einzelne Faktoren, sondern Planetenbilder gedeutet – immer im Kontext des gesamten Geburtsbildes und des konkreten Anliegens.
Direktion (Sonnenbogen-Direktion)
Eine Methode der Zeitbetrachtung: Alle Faktoren des Geburtsbildes werden um den sogenannten Sonnenbogen weitergeschoben – etwa ein Grad pro Lebensjahr. Entstehen dabei neue Planetenbilder, werden sie als Zeitqualität einer Lebensphase gelesen.
E
Ephemeride
Eine Tabelle der täglichen Planetenpositionen. Früher die Grundlage jeder Berechnung von Hand, heute übernimmt astrologische Software diese Arbeit.
F
Faktor
Sammelbegriff für alles, was im Horoskop eine Position hat: Sonne, Mond und Planeten ebenso wie Mondknoten, Aszendent, MC und Widderpunkt.
Fix
Eine der drei Zeichengruppen: Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Auf der 90°-Scheibe liegen die fixen Zeichen im Bereich von 30° bis 60°.
G
Geburtsbild (Radix)
Die Berechnung aller Faktoren für den Moment und den Ort der Geburt. Das Geburtsbild ist die Grundlage jeder Deutung – in der Beratung ebenso wie im schriftlichen Gutachten.
Geburtszeit
Die Uhrzeit der Geburt, möglichst auf die Minute genau. Sie bestimmt Aszendent und MC und ist wegen der engen Orben in der uranischen Astrologie besonders wichtig. Wo du sie findest →
H
Halbsumme
Der rechnerische Mittelpunkt zwischen zwei Faktoren, geschrieben etwa als Sonne/Mond. Halbsummen machen Symmetrien sichtbar und sind der Ausgangspunkt jedes Planetenbildes. Mit Rechenbeispiel →
Hamburger Schule
Die von Alfred Witte begründete Richtung der Astrologie. 1925 wurde in Hamburg der „Astrologenverein Hamburger Schule“ gegründet. International heißt sie „Uranian astrology“ – daher der Name uranische Astrologie.
Häuser
Die Einteilung des Horoskops in zwölf Lebensbereiche, abhängig von Geburtszeit und -ort. In der klassischen Astrologie zentral; die uranische Astrologie arbeitet weniger mit dem klassischen Häusersystem und stärker mit persönlichen Punkten und Planetenbildern.
K
Kardinal
Eine der drei Zeichengruppen: Widder, Krebs, Waage und Steinbock. Auf der 90°-Scheibe liegen die kardinalen Zeichen im Bereich von 0° bis 30°.
Konjunktion
Zwei Faktoren stehen am selben Grad. Auf der 90°-Scheibe fallen Konjunktion, Quadrat und Opposition auf denselben Punkt und werden gleichwertig betrachtet.
M
MC (Medium Coeli)
Die Himmelsmitte – der höchste Punkt der Sonnenbahn zum Zeitpunkt der Geburt. Zählt zu den persönlichen Punkten und wird traditionell mit dem Ich, dem Bewusstsein und der eigenen Haltung verbunden.
Mondknoten
Die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Sonnenbahn. In der Hamburger Schule ein persönlicher Punkt, der traditionell mit Verbindungen und Beziehungen zu anderen Menschen in Zusammenhang gebracht wird.
O
Opposition
Zwei Faktoren stehen einander im Abstand von 180° gegenüber. Auf der 90°-Scheibe erscheint die Opposition am selben Punkt wie die Konjunktion.
Orbis
Der Spielraum, innerhalb dessen ein Winkel als „treffend“ gilt. Die uranische Astrologie arbeitet mit sehr engen Orben – häufig etwa ein Grad. Deshalb ist die genaue Geburtszeit so wichtig.
P
Persönliche Punkte
Sechs Faktoren, die ein Horoskop in der Hamburger Schule „persönlich“ machen: Widderpunkt, Aszendent, MC, Sonne, Mond und Mondknoten. Ein Planetenbild gewinnt vor allem dann an Bedeutung, wenn ein persönlicher Punkt daran beteiligt ist.
Planetenbild
Die symmetrische Anordnung mehrerer Faktoren um eine gemeinsame Achse, geschrieben etwa als Sonne/Mond = Jupiter. Das Planetenbild ist die eigentliche Deutungseinheit der uranischen Astrologie. Verständlich erklärt →
Q
Quadrat
Zwei Faktoren im Abstand von 90°. In der klassischen Astrologie gilt das Quadrat als Spannungsaspekt; auf der 90°-Scheibe fällt es mit Konjunktion und Opposition zusammen.
R
Regelwerk für Planetenbilder
Das von Alfred Witte verfasste Nachschlagewerk, das Planetenbildern Bedeutungen zuordnet. Es erschien erstmals Ende der 1920er-Jahre und wurde seither mehrfach überarbeitet – bis heute das Standardwerk der Hamburger Schule.
S
Sonnenbogen
Der Winkel, den die Sonne seit der Geburt zurückgelegt hat – im Mittel etwa ein Grad pro Lebensjahr. Er ist die Grundlage der Sonnenbogen-Direktion (siehe Direktion).
Symmetrie
Das Grundprinzip der uranischen Astrologie: Nicht der einzelne Faktor trägt die Aussage, sondern die symmetrische Anordnung mehrerer Faktoren um eine gemeinsame Mitte.
T
Tierkreis (Zodiak)
Der 360°-Kreis der zwölf Zeichen, auf dem alle Positionen angegeben werden. Die 90°-Scheibe faltet ihn auf ein Viertel zusammen.
Transit
Die aktuelle Position eines Planeten am Himmel im Verhältnis zum Geburtsbild. Transite beschreiben, welche Themen gerade angesprochen werden – im Zusammenspiel mit Direktionen eine Grundlage der Zeitbetrachtung.
Transneptuner
Acht hypothetische Faktoren jenseits des Neptun (Cupido, Hades, Zeus, Kronos, Apollon, Admetos, Vulkanus, Poseidon), die Alfred Witte und Friedrich Sieggrün eingeführt haben. Astronomisch sind sie nicht nachgewiesen; sie werden ausschließlich in der Hamburger Schule verwendet. Ob und wie sie in eine Deutung einfließen, ist eine Frage der persönlichen Arbeitsweise.
U
Uranische Astrologie
Die internationale Bezeichnung für die Hamburger Schule. Gemeint ist der systematische Blick auf Halbsummen, Planetenbilder, Achsen und Symmetrien – statt auf Sternzeichen-Schubladen. Der Einstieg →
W
Widderpunkt
0° Widder, der Frühlingspunkt. In der Hamburger Schule ein persönlicher Punkt, der traditionell mit der Welt, der Öffentlichkeit und dem Allgemeinen verbunden wird – dem Gegenüber des rein Persönlichen.
Z
Zeitqualität
Die symbolische Färbung einer Zeit, abgeleitet aus Direktionen und Transiten. Keine Vorhersage von Ereignissen, sondern eine Beschreibung, welche Themen in einer Phase stärker in den Vordergrund rücken können.
Zur Einordnung: Astrologie ist kein wissenschaftlich anerkanntes Diagnose- oder Prognoseverfahren. Die Begriffe in diesem Lexikon beschreiben eine symbolische Arbeitsweise – kein Naturgesetz und keine sichere Vorhersage.
Vom Begriff zur Deutung
Was bedeutet das alles für dein Geburtsbild?
Begriffe erklären die Methode. Was sie für dich bedeuten, zeigt sich erst in der persönlichen Betrachtung – im Gespräch oder im schriftlichen Gutachten.